Sie führen ein KMU mit 30 Mitarbeitenden. Zwei Leute sind seit Wochen auffällig erschöpft, im Team ist die Stimmung angespannt, und irgendwann fällt der Satz: «Wir sollten mal etwas für die Gesundheit machen.» Nur: Eine eigene BGM-Abteilung haben Sie nicht, das Budget ist knapp, und niemand hat Zeit, ein grosses Programm aufzuziehen.
Die gute Nachricht: Gutes betriebliches Gesundheitsmanagement muss weder teuer noch aufwendig sein. Ich bin Tamara, Yogalehrerin und Mitgründerin von Office Relief. In diesem Artikel finden Sie zehn BGM-Massnahmen für KMU, sortiert nach Aufwand: von Dingen, die Sie morgen umsetzen können, bis zu Schritten für später. Dazu Zahlen aus der Schweiz, kostenlose Anlaufstellen und einen einfachen Plan für den Start.
Das Wichtigste in Kürze
- Mehr als jede vierte erwerbstätige Person in der Schweiz hat mehr Belastungen als Ressourcen. Stress kostet die Wirtschaft rund 6,5 Milliarden Franken pro Jahr.
- Betriebliche Gesundheitsförderung kann krankheitsbedingte Fehlzeiten um rund ein Viertel senken.
- Vier der zehn Massnahmen in diesem Artikel kosten nichts und lassen sich sofort umsetzen.
- Starten Sie mit zwei Massnahmen statt mit zehn, und prüfen Sie nach drei Monaten, was wirkt.
Was ist BGM, und was brauchen KMU davon wirklich?
Betriebliches Gesundheitsmanagement, kurz BGM, bedeutet: Ein Unternehmen fördert die Gesundheit seiner Mitarbeitenden systematisch statt zufällig. Es schaut, wo Belastungen entstehen, setzt gezielt Massnahmen um und prüft, ob sie wirken. Einzelne Angebote wie ein Gesundheitstag oder Früchte im Büro nennt man betriebliche Gesundheitsförderung. Sie sind ein Teil von BGM, aber noch kein System.
Grosse Firmen haben dafür eigene Stellen, Budgets und Steuergruppen. Für ein KMU ist das weder realistisch noch nötig. Entscheidend ist nicht die Grösse des Programms, sondern dass es zu Ihrem Alltag passt und dass Sie dranbleiben. Ein paar gut gewählte BGM-Massnahmen, die tatsächlich genutzt werden, bringen mehr als ein umfangreiches Konzept, das in der Schublade landet.
Warum sich BGM auch für kleine Firmen lohnt
28,2 %
der Erwerbstätigen in der Schweiz haben mehr Belastungen als Ressourcen
6,5 Mrd.
Franken pro Jahr kostet Stress die Schweizer Wirtschaft
–25 %
krankheitsbedingte Fehlzeiten durch betriebliche Gesundheitsförderung
Quellen: Job-Stress-Index 2022, Gesundheitsförderung Schweiz · iga.Report 28, Initiative Gesundheit und Arbeit
Der Job-Stress-Index 2022 von Gesundheitsförderung Schweiz hat über 3000 Erwerbstätige befragt. Mehr als jede vierte Person hat mehr Belastungen als Ressourcen, und erstmals seit 2014 fühlen sich über 30 Prozent emotional erschöpft. Rund 6,5 Milliarden Franken pro Jahr kostet das die Wirtschaft, vor allem durch geringere Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz.
In einem KMU spüren Sie das besonders direkt. Fällt eine Person aus, gibt es selten jemanden, der einfach übernimmt. Die gute Seite: Prävention wirkt. Der iga.Report 28 der deutschen Initiative Gesundheit und Arbeit hat rund 2400 Studien ausgewertet. Ergebnis: Betriebliche Gesundheitsförderung senkt krankheitsbedingte Fehlzeiten im Schnitt um ein Viertel. Jeder investierte Euro spart über weniger Fehlzeiten rund 2.70 Euro ein. Besonders wirksam sind Programme zur Bewegungsförderung und gegen psychische Belastungen.
10 BGM-Massnahmen für KMU, sortiert nach Aufwand
Sie müssen nicht alles umsetzen. Wählen Sie zwei bis drei Massnahmen, die zu Ihrem Team passen, und starten Sie damit.
Sofortkostenlos und ohne Vorbereitung
1
Pausen ermöglichen und vorleben
Pausen werden genommen, wenn die Führung sie selbst macht. Ein Satz im Team-Meeting wirkt mehr als jede Regel.
2
Arbeitsplätze richtig einstellen
Stuhl, Tisch und Bildschirm einmal gemeinsam prüfen. Meist braucht es keine neuen Möbel.
3
Kurze anonyme Umfrage
Drei Fragen genügen: Wie belastet fühlen Sie sich? Was stresst am meisten? Was würde helfen?
4
Klare Regeln zur Erreichbarkeit
Zum Beispiel: Nach 18 Uhr erwartet niemand eine Antwort. Das entlastet sofort.
Wenig Aufwandin wenigen Stunden umgesetzt
5
Bewegte Pausen im Alltag
Kurze, geführte Einheiten für Büro und Homeoffice, zum Beispiel mit einem Online-Pausenprogramm.
6
Führungskräfte sensibilisieren
Eine kurze Schulung: Warnsignale erkennen und Überlastung im Gespräch ansprechen.
7
Eine Anlaufstelle festlegen
Eine Vertrauensperson oder externe Stelle, an die sich Mitarbeitende vertraulich wenden können.
Mittelfristigfür die nächsten Monate
8
Gesundheitstag oder Workshop
Ein halber Tag zu Stress, Bewegung oder Ergonomie, idealerweise während der Arbeitszeit.
9
Flexible Arbeitsmodelle
Klare Regeln für Homeoffice und flexible Zeiten geben Spielraum, ohne dass Grenzen verschwimmen.
10
BGM systematisch verankern
Ziele festlegen, Verantwortung klären, Wirkung messen, zum Beispiel nach den Kriterien von Friendly Work Space.
Zwei der Massnahmen haben wir auf diesem Blog schon ausführlich beschrieben: Wie Sie Arbeitsplätze einrichten, lesen Sie im Artikel zur Ergonomie am Arbeitsplatz. Wie kurze Pausen im Alltag funktionieren, zeigt der Artikel zu Mikropausen am Arbeitsplatz.
Massnahme 5 im Detail: bewegte Pausen ohne Organisationsaufwand
Bewegung gehört laut iga.Report zu den wirksamsten Bausteinen. In der Praxis scheitert sie aber oft an der Organisation: Wer leitet die Pause an? Wann findet sie statt? Was ist mit den Kolleginnen im Homeoffice? Genau dafür haben wir Office Relief entwickelt.
Ihre Mitarbeitenden bekommen Zugang zu kurzen, geführten Video-Einheiten mit Bewegung, Atemübungen und Meditation, meist zwischen 4 und 10 Minuten lang. Sie nutzen sie, wann es in ihren Tag passt, im Büro wie im Homeoffice. Ich habe alle Videos in den Schweizer Bergen gedreht, damit ein Stück Ruhe mitten im Arbeitstag ankommt.
Drei Beispiele aus dem Programm: Atemübung, Bewegung und Meditation.
Für HR heisst das: keine Termine, keine Raumplanung, kein Kursleiter vor Ort. Die Nutzung ist freiwillig, und über ein Dashboard sehen Sie anonymisiert, wie das Angebot im Team ankommt. So wissen Sie, ob sich die Investition lohnt.
Massnahme 5 direkt ausprobieren
14 Tage kostenlos, 7 Einheiten aus allen drei Bereichen. Ohne Verpflichtung und ohne automatische Verlängerung.
Kostenlose Unterstützung für KMU in der Schweiz
Sie müssen nicht alles allein herausfinden. Diese Anlaufstellen helfen Schweizer KMU, oft ohne Kosten:
- Navital: der KMU-Guide für psychische Gesundheit. Ein gemeinnütziges Angebot mit kostenlosen, vertraulichen Orientierungsgesprächen und einer Übersicht über geprüfte, meist kostenfreie Angebote.
- Friendly Work Space: das Label von Gesundheitsförderung Schweiz für systematisches BGM. Auch ohne Zertifizierung sind die Kriterien eine gute Orientierung, worauf es ankommt.
- Kranken- und Unfallversicherer: Viele bieten Firmenkunden Beratung zu BGM an. Fragen Sie bei Ihrem Versicherer nach.
- ErgoCheck der EKAS: eine kostenlose App, die Schritt für Schritt durch die Einstellung des Arbeitsplatzes führt.
So starten Sie in drei Schritten
1
Bedarf erfragen
Mit der kurzen anonymen Umfrage aus Massnahme 3. So wissen Sie, wo es im Team wirklich drückt.
2
Zwei Massnahmen wählen
Eine sofort umsetzbare und eine mit wenig Aufwand. Kommunizieren Sie beide klar im Team.
3
Nach drei Monaten prüfen
Dieselben Fragen noch einmal stellen. Was wirkt, bleibt. Was nicht wirkt, ersetzen Sie.
Gesundheit im Team entsteht nicht an einem einzelnen Gesundheitstag, sondern in den kleinen Momenten dazwischen.
Tamara, Office Relief
Häufige Fragen zu BGM-Massnahmen im KMU
Was kostet betriebliches Gesundheitsmanagement?
Das hängt von den Massnahmen ab. Pausen vorleben, eine Umfrage oder Regeln zur Erreichbarkeit kosten nichts. Ein Online-Pausenprogramm wie Office Relief gibt es für kleine Teams ab CHF 790 pro Jahr, für die ersten Kunden mit Pionierpreis. Alle Preise finden Sie unter Ablauf & Preis.
Ist BGM für Unternehmen in der Schweiz Pflicht?
Ein BGM im Sinne eines Systems ist freiwillig. Den Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeitenden müssen Arbeitgeber in der Schweiz aber gemäss Arbeitsgesetz sicherstellen, dazu gehört zum Beispiel ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz.
Ab wie vielen Mitarbeitenden lohnt sich BGM?
Ab der ersten Person. Gerade in kleinen Teams fällt jede Absenz stark ins Gewicht. Wichtig ist nur, dass die Massnahmen zur Grösse passen: Ein Team mit zehn Personen braucht kein Steuerungsgremium, sondern zwei, drei gezielte Angebote.
Was ist der Unterschied zwischen BGM und betrieblicher Gesundheitsförderung?
Betriebliche Gesundheitsförderung umfasst einzelne Angebote, etwa einen Gesundheitstag oder bewegte Pausen. BGM ist der Rahmen darum herum: Bedarf erheben, Massnahmen planen, Wirkung prüfen und verbessern.
Probieren Sie es selbst aus
Am einfachsten starten Sie mit einer Massnahme, die Ihr Team sofort spürt. Mit dem kostenlosen Testzugang nutzen Sie 14 Tage lang 7 ausgewählte Einheiten aus allen drei Bereichen und sehen selbst, wie Office Relief im Arbeitsalltag ankommt. Ohne Verpflichtung und ohne automatische Verlängerung.